Leiblein sorgt für frisches Wasser in Zoos
Montag, den 01. Februar 2010 um 14:43 Uhr

Pinguine watscheln tapsig umher, der Eisbär liegt schläfrig in der Ecke. Delphine strecken neugierig ihren Kopf aus dem Wasser und schwups – sind sie schon wieder untergetaucht. Ein Zoobesuch ist für Jung und Alt immer wieder aufs Neue ein Erlebnis. Doch die wenigsten Besucher machen sich Gedanken darüber, wie das Wasser in den Gehegen und Becken gereinigt wird.
Zum einen ist das wichtig für die Tiere. Zum anderen aber sollen auch die Betrachter an den großflächigen Panoramafenstern die Tiere unter Wasser gut beobachten können. Dazu muss das kühle Nass klar und sauber sein. Hierfür notwendige technische Anlagen stammen in immer mehr Fällen aus Hardheim. Denn die Firma Leiblein GmbH hat sich diesen Bereich als weiteres Standbein erkoren und sich damit in Fachkreisen bereits einen guten Namen erworben, was die zunehmende Zahl von Aufträgen aus Zoos beweist.
Wasser wird aufbereitet
Bisher hat der Spezialist für Wassertechnik und Wasseraufbereitung Gehege und Anlagen in den Tiergärten von Nürnberg, Köln, Gelsenkirchen und Pforzheim mit Anlagen zur Grobreinigung der Becken ausgerüstet. Blätter, Unrat und selbst Babyschnuller müssen herausgesiebt werden, bevor das Wasser dem Kreislauf wieder zugeführt werden kann. Hierzu setzt Leiblein sowohl automatische Rotationsfilter (Siebtrommeln) für das Entfernen von Partikeln über zwei Millimeter Größe ein. Soll noch feiner gereinigt werden, finden Schrägfilteranlagen Verwendung.
Schon mehrere Aufträge von Zoos
Den ersten Auftrag aus einem Zoo erhielt Leiblein vor etwa zehn Jahren. Damals wurde die Terrassenanlage der Seelöwen, Pinguine und Biber im Nürnberger Tiergarten neu gestaltet. Der zweite Auftrag bezog sich auf das Eisbärengehege. Nun soll Leiblein auch die Wasseraufbereitungsanlagen für das Gehege der seltenen Amazonas Seekühe und das neue Delphinarium in Nürnberg fertigen. „Die Detailplanung ist gerade angelaufen; im Sommer werden wir die Anlagen liefern“, erklärte Firmenchef Alex Leiblein im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Die Herausforderung an Konstrukteure und Material bei diesem Auftrag besteht darin, dass alle Filteranlagen meerwasserbeständig und von außen wasserdicht sein müssen, um mögliche Überflutungen unbeschadet zu überstehen.
Neue Delphin-Lagune in Nürnberg
Für die neue Delphin-Lagune im Nürnberger Tiergarten werden insgesamt rund 17,9 Millionen Euro investiert. Die Grundsteinlegung erfolgte im November 2008, die Eröffnung ist für Mai 2011 vorgesehen. Die maritim gestaltete Freianlage soll bei einer Wassertiefe von bis zu sieben Metern mit 5,3 Millionen Liter Salzwasser gefüllt werden und eine Wasseroberfläche von 1540 Quadratmeter haben.
Die Firma Leiblein ist in vielen verschiedenen Branchen tätig und hat sich gleich mehrere wichtige Standbeine geschaffen. Dadurch ist der knapp 60 Mitarbeiter zählende Betrieb auch längst nicht so von der Wirtschaftskrise gebeutelt wie manch anderes Unternehmen. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Wirtschaftslage ist Alex Leiblein „relativ zufrieden und optimistisch“. Entlassungen sind für ihn kein Thema. In einzelnen Teilbereichen der Fertigung gibt es allerdings seit dem Spätjahr Kurzarbeit: Das Auftragsvolumen ist 2009 um rund zehn Prozent zurückgegangen. Die Zeit habe man überbrückt und genutzt für Konstruktionen und neue Entwicklungen, erklärte Leiblein. „Und für dieses Jahr sind schöne Projekte in Aussicht“: In der Recyclingbranche laufe es sehr gut und in der Lebensmittelindustrie bestehe Nachfrage nach Anlagen zur Reinigung von Gemüsewaschwasser.
(Fränkische Nachrichten, 30.01.2010)




